Trasswerk & Seilbahn

 

Amerdinger Kiesgruben Steinbruch

In Amerdingen gibt es reiche Vorkommen von Suevitstein. Er diente vor allem als Baustein, früher auch zum Herstellen der Backöfen unserer näheren und weiteren Umgebung und zur Herstellung des hydraulischen Traßzementes. Darum waren in der Amerdinger nächsten Umgebung mehrere Steinbruchbetriebe.

Im Frühjahr 1906 kaufte die Aktiengesellschaft C. A. Vetter aus Eltmann vier Feldgrundstücke mit Traßuntergrund an der Südostseite von Amerdingen auf. Diese Grundstücke gehörten dem Steinhauer Riegel, Postagenten Fürst und den Söldnern Steger und Schretzmayr. Es kamen 15 fränkische Steinarbeiter und 7 Italiener hierher, außerdem waren von hier und Umgebung meist noch 10-12 Mann im neuen Steinbruch tätig. Die gewonnenen Quadern wurden hauptsächlich zu Monumentalbauten, z. B. das Verkehrsministerium in München verwendet.

Es herrschte daher hier im Sommer 1906 und den folgenden Jahren dahier ein lustiges Leben, es kam zu Raufereien und Messerstechereien, so daß Amerdingen bald einen Geschmack an dieser Industrieentwicklung fand. Die Steine wurden im Bruch zugehauen und auf Fuhrwerken nach Nördlingen geschafft, wozu oft bis 20 Pferde notwendig waren. Dort wurden sie fein zugehauen und verfrachtet.Steinbruch im Kesseltal

Traßzement eignete sich vor allem zu Wasserbauten. 1927 erwarb eine Unternehmergesellschaft neue Grundstücke für die spätere Ausbeutung und bezahlte pro Dezimal 85 Reichsmark. Ein zweiter Steinbruch lag am Südhang des Kesseltales bei Seelbronn, der dritte war im Besitze des Privatiers Alois Rett.

Die Suevit-Steine gingen als Bausteine in die ganze Umgebung teils mit Pferde- und Kuhfuhrwerk, teils mit Lastautos. Die Amerdinger Häuser sind wohl alle aus solchen „grauen Steinen“ - wie sie der Volksmund bezeichnet - gebaut, nur werden sie meist nicht gekauft, sondern im eigenen Acker gebrochen.

Der vierte Steinbruchbetrieb gehörte dem Steinhauer Leonhard Riegel, der als letzter Amerdinger Steinhauer Backofen angefertigt hatte.

Aus Suevit ist auch das Amerdinger Kriegerdenkmal, sowie ein solches in Oppertshofen bei Donauwörth. Man nannte ihn im Scherz darum auch wohl „Amerdinger Marmor“.trassstein

Der umfangreichste Steinbruch lag rechts der Straße nach Bollstadt in der Bollstadter Flur. Die Traßsteine wurden mittels einer in den Jahren 1922/23 hergestellten Drahtseil-Schwebebahn nach Möttingen in das dortige Traßwerk verfrachtet, dem auch der Steinbruch gehört, und zu Traßzement verarbeitet.

Von 1923 bis 1931 wurden mit dieser Drahtseilbahn die Steinquader von Bollstadt bis nach Möttingen zu den Bayerischen Portland-, Zement- und Traßwerken befördert. Für weit über 100 Arbeiter war es ein schwerer Schlag, als die Fabrik 1929 die Produktion eingestellt hat und sie ihren Verdienst verloren haben. Das Zementsyndikat als Konkurrent sei Schuld gewesen, weil es die Grundstücke rund um den Rieser Steinbruch aufgekauft habe, um die Firma in die Zange zu nehmen.

 

Textauszüge und Fotos stammen aus dem Amerdinger Heimatbuch, Autor: Günter Besel

Mehr:

https://suevitgestein.jimdofree.com/seilbahn/

https://suevitgestein.jimdofree.com/trasswerk/

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