Gemeinde Amerdingen

 

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Geschichte

 

Geschichtliches von Amerdingen

 Wappen

Amerdingen - Häuser oder Hof des Ahmar - ist wohl entstanden in der Alemannenzeit.
 

Das schöne Dorf liegt in der Südwestecke des ehemaligen Landkreises Nördlingen - heute Donau-Ries -; unmittelbar im Westen verläuft die baden-württembergische Landesgrenze und im Süden tangiert es die Grenze des Landkreises Dillingen a.D.
Ein kleines »Flüßchen« hat in der Nähe seinen Ursprung; in einem lieblichen Tal fließt die Kessel der Donau zu und ergießt sich in diesen Strom unterhalb Donaumünster. Die Talränder gegen Süd und Nord schmücken herrliche Laub- und Nadelwälder und bieten dem Wanderer, der von den nördlichen Jurahöhen die Gegend betritt, einen reizenden Anblick
.

 

Mitten im Ort neben der Kirche steht das Schloss des Grafen von Stauffenberg, eine Zierde des Dorfes mit einem daran anschließenden Schlosspark.

Amerdingen hat 3 Kirchen: St. Vitus (Veit) in der Mitte des Dorfes als Pfarrkirche, St. Jakob in Sternbach mit einem alten Begräbnisplatz und St. Anna mit der gräflichen Gruft beim Friedhof am Südausgang des Dorfes.

Besiedelt war diese Gegend schon lange vorher; das bewiesen die vorgeschichtlichen Funde, die in Amerdingen gemacht wurden. Am Dorfausgang nach Bollstadt befand sich der älteste Friedhof aus der Zeit von 400-600 n.Chr. - Hier hatten die Angehörigen der Sippe von Ahmar ihre letzte Ruhe gefunden. Schmuck, Gefäße und Waffen (heute zum Teil im Nördlinger Museum) gab man ihnen mit in's Grab. Es ist eines der fränkisch-alemannischen Reihengräber.

 

 Erwähnungsurkunde von Amerdingen

Erwähnungsurkunde von Amerdingen

 

Urkundlich ist Amerdingen erstmals 1270 genannt; die Grenze führte zwischen Oettingen - Pfalz Neuburg an Amerdingen vorbei. Darum hatten beide Gebiete ehemals Anteile an den hohen und landesherrlichen Rechten über Amerdingen; der größere Teil mit Schloss gehörte zu Oettingen. Deshalb waren hier auch oetting'sche Dienstmannen. 1333 soll das Dorf in den Besitz der Familie von Scheppach gekommen sein. Die Witwe des letzten (Veit von Scheppach +1582) heiratete den pfalz-neuburgischen Rat Hans Schenk von Stauffenberg, der 1574 auch die pfalz­neuburgischen Lehen in Amerdingen kaufte. Seitdem ist das Geschlecht der Stauffenberg's in Schloss Amerdingen wohnhaft.

Schwer litt Amerdingen (wie alle Kesseltaler Ortschaften) im Bauernkrieg und noch mehr im 30jährigen Krieg. Es wurde zerstört und von der Bevölkerung verlassen. Schwere Zeiten brachten auch die Jahre 1796-1806.
Anno 1796 tobte hier das Gefecht zwischen den Österreichern und Franzosen. Auch in den Kriegen 1870/71, 1914/18 und 1939/45 verloren die Amerdinger zahlreiche Söhne.
 

1955 leitete der Baubeginn für die Wasserversorgungsanlage die erste bedeutende Maßnahme nach dem Kriege für das Dorf ein. Die Fertigstellung im Juli 1957 wurde mit einem Wasserfest gebührend gefeiert. Nun gab es das erste Mal fließendes Wasser in jedem Haushalt.

Zur gleichen Zeit wurde eine Straßenbeleuchtung mit Neonlampen erstellt. Kurze Zeit später, im Sommer 1958, erhielt ein Großteil der Dorfstraßen einen staubfreien Teerbelag.

Eine für die Landwirte sehr einschneidende Veränderung brachte die Flurbereinigung, die von 1959 bis 1964 durchgeführt wurde. Mit der Errichtung einer Abwasseranlage Ende der 60-er Jahre wurde der erste große Bauabschnitt abgeschlossen.

Die Kreisgebietsreform von 1972 brachte nicht die von Amerdingen gewünschte Zuordnung der untereinander z.T. sehr eng verbundenen Gemeinden des Oberen Kesseltales zu einem einzigen Landkreis. Die weiterhin bestehende Zersplitterung wirkte sich u.a. bei der Bildung des Schulsprengels aus.

Bei der Gemeindereform von 1978 kam es nur zur »kleinen Lösung«: Durch Eingemeindung Bollstadts wurde eine von beiden Seiten unerwünschte »Ehe« eingegangen, aber immerhin konnte durch den Beitritt zu der Verwaltungsgemeinschaft Ries die Selbständigkeit erhalten werden.

Die Gemeinde Amerdingen hat nun im Augenblick 850 Einwohner, wovon 529 im Ort Amerdingen leben. Unmittelbar nach dem 2. Weltkrieg war die Einwohnerzahl Amerdingens für einige Jahre durch die Zuwanderung vieler Heimatvertriebener sprunghaft auf ca. 900 angestiegen. Amerdingen war zwar schon früher nicht so sehr wie die umliegenden Orte von der Landwirtschaft geprägt. Heute sind es aber gerade noch vier Landwirte, die ihre Höfe als Vollerwerbsbetriebe führen. Insgesamt existieren noch 25 landwirtschaftliche Anwesen gegenüber 58, die es im Jahre 1965 noch gab. Viele Bauern verdienen sich ihren hauptsächlichen Lebensunterhalt als Arbeitnehmer, jedoch überwiegend außerhalb der Gemeinde, obwohl auch die ansässigen Gewerbebetriebe (Hochbau, Tiefbau, Omnibusuntemehmen, Brauerei, Schreinerei usw.) Arbeitsmöglichkeiten zu bieten haben. In einigen Fällen ist es bereits gelungen, Gewerbeunternehmen von außen anzusiedeln (Zimmerei und Metallverarbeitung).

Mit dem diesjährigen Bau eines Kindergartens soll das kleine kulturelle Zentrum (Mehrzweckhalle, Schule, Freisportanlagen) vervollständigt werden. In der Turn- ­und Festhalle, die 1978 fertiggestellt worden war, fanden auch die Schützen ein neues Vereinsheim, die Kegelfreunde zwei vollautomatische Kegelbahnen und die »Volksbühne« eine Theaterbühne für ihr Hobby. Das neue Schulhaus für die Grundschule (Jahrgangsklassen 1-4) konnte Anfang 1982 bezogen werden. Die bestehenden Freizeitmöglichkeiten - Sportverein Amerdingen (Fußball, Gymnastik), Schießclub, Akkordeonclub, Schützenverein - werden in diesem Sommer um die Freisportanlagen an der Turnhalle (Fußballfeld, Leichtathletikanlage, Hartplatz auch tür Tennisbetrieb) erweitert .

Die in Amerdingen eingerichtete Poststelle, eine Arzt- und eine Zahnarztpraxis, sowie außer dem bestehenden bald noch ein zweites Geldinstitut tragen neben den schon erwähnten Gewerbe- und Handwerksbetrieben und den relativ zahlreichen Einzelhandelsgeschäften vier Gaststätten dazu bei, dass Amerdingen im Oberen Kesseltal eine nicht zu unterschätzende Stellung einnimmt.
              

Vitus Kronthaler, Klemens Starz

 

 Quelle: Festschrift zur Amerdinger Sportplatzeinweihung im Jahre 1986

 

 

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